Wir waren heute mit unserem Zwergdackel spazieren. Er darf zwar gelegentlich ohne Leine laufen, aber sobald wir andere Menschen, Tiere oder irgendetwas in der Umgebung sehen, wird er sofort angeleint. So auch diesmal – als wir den Mann mit dem Rottweiler von weitem bemerkten, haben wir unseren Kleinen rechtzeitig an die Leine genommen.
Von weitem sahen wir einen Mann aus dem Dorf mit einem Rottweiler. Er ließ seinen Hund Platz nehmen – es sah auch so aus, als hätte er ihn angeleint. Als wir auf seine Höhe kamen, bellte unser Kleiner einmal kurz – und der Rottweiler sprang sofort auf und stürzte sich auf ihn. Meine Frau konnte unseren Dackel gerade noch rechtzeitig am Halsband hochreißen und ihn in Sicherheit bringen.
Der Besitzer versuchte seinen Hund zurückzurufen, aber der Rottweiler gehorchte erst, als er merkte, dass er seine „Beute" nicht bekommen würde.
Was uns im Nachhinein noch mehr erschreckt hat: Dieser Hund hat bereits einmal einen kleinen Hund getötet. Damals hat sich der Besitzer beim Versuch einzugreifen auch schwer an der Hand verletzt. Er soll danach versprochen haben, den Hund künftig immer mit Maulkorb und Leine zu führen – gehalten hat er sich offenbar nicht daran.
Von dem Vorfall mit dem anderen Hund hatten wir schon vor einigen Wochen gehört, wussten aber nicht, welcher Hund gemeint war. Das erfuhren wir erst jetzt – durch zwei junge Frauen, die die Situation von weitem beobachtet hatten und fragten, ob alles in Ordnung sei. Sie sagten, sie hätten selbst immer Angst, an dem Haus des Besitzers vorbeizugehen.
Ich erspare mir, was ich dem Mann am liebsten sagen würde. Es macht mich wütend, dass man anscheinend erst warten muss, bis wirklich etwas Schlimmes passiert, bevor man rechtlich handeln kann. Die Besitzerin des getöteten Hundes hatte leider keine Anzeige erstattet – was die Situation jetzt zusätzlich erschwert.